Digitale Gesundheitsplattform OWL

Digitale Gesundheitsplattform

Bundesweit einmalig und wegweisend: Zukünftig wird der Austausch von Gesundheitsinformationen standardisiert und automatisch über die Digitale Gesundheitsplattform OWL erfolgen und alle Krankenhäuser mit den niedergelassenen Ärzten der Region digital vernetzen.
Herzstück der Plattform ist ein zentraler Patienten- und Dokumenten-Index, der Adressinformationen (Metadaten) von vorhandenen Gesundheitsdaten speichert und bereithält, jedoch nicht die sensiblen Gesundheitsdaten selbst.

Was bringt das?

Die Kommunikation im Gesundheitswesen erfolgt in der Regel nicht auf digitalem Wege, sondern weitestgehend analog, zum Beispiel per Fax, Briefpost oder mit dem Versand von Datenträgern. Dies verursacht nicht nur unnötige Verzögerungen bei der Übertragung von Informationen, sondern birgt durch Medienbrüche, schlechte Lesbarkeit sowie Störungen beim Versand auch die Gefahr von Fehlinformationen und Zeitverzug bei der notwendigen Behandlung. Darüber hinaus ist die analoge Übertragung der Daten kosten- und personalintensiver als die Übertragung in digitaler Form.

Im ersten Schritt sollen Informationen zu vier konkreten Anwendungsfällen, sogenannte „Use- Cases“, ausgetauscht werden.

Das sind:

  • Digitale Übertragung von Arztbriefen: Informationen über Anamnese, Diagnose und Behandlung von Patienten
  • Digitale Übertragung von Bilddaten: Aufnahme von konventioneller oder digitaler Radiologie (CT, MRT) sowie weiteren bildgebenden Verfahren
  • Digitaler bundeseinheitlicher Medikationsplan (eMedikationsplan): Einheitliche, standardisierte und für den Patienten verständliche Übersicht aller von Ärzten verordneten Medikamente,
  • Digitale Überweisungen zwischen verschiedenen Gesundheitseinrichtungen/ - dienstleistern
Die Digitale Gesundheitsplattform OWL wird zuerst im Kreis und in der Stadt Paderborn aufgebaut. Somit profitieren im ersten Schritt über 300.000 Bürgerinnen und Bürger von dem Projekt. Durch den standardisierten technischen Ansatz ist die Lösung anschließend in andere Regionen, landes- und bundesweit, übertragbar. Die am Projekt beteiligten Partner behandeln aktuell jährlich über 80.000 Patienten stationär und über 200.000 Patienten ambulant.

Die Projektlaufzeit beträgt drei Jahre.

Projektpartner sind die fünf hiesigen Krankenhäuser im Kreis Paderborn: das Brüderkrankenhaus St. Josef, das St. Johannisstift, das St. Vincenz Krankenhaus mit den Standorten in Paderborn und Salzkotten, die Karl-Hansen-Klinik in Bad Lippspringe und die LWL-Klinik Paderborn. Der Bereich der niedergelassenen Ärzte wird mit dem Praxisnetz Paderborn als weiterem Partner gebündelt. Der Projektverlauf und die technische Umsetzung werden von der Beratungsgesellschaft UNITY aus Büren koordiniert. Das Zentrum für Innovationen in der Gesundheitswirtschaft (ZIG) in Bielefeld ist für die wissenschaftliche Begleitung und Akzeptanzerhebung während des Projektverlaufs zuständig.